Aktualisiert am 08.09.2018


Friseurinnung-FFB - Verbandsarbeit

 

Finanzkontrolle Schwarzarbeit nimmt Billig - Friseure ins Visier

Zahlreiche Verstöße festgestellt

München ( 17. Dezember ) Sechzehn Billig - Friseurbetriebe im Münchner Bahnhofsviertel mit über 80 Personen wurden Mitte Dezember durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit München überprüft. Hierbei stellten die Ermittler zahlreiche Verstöße gegen das Handwerksrecht fest. Ein Großteil der Betriebe zahlte wohl auch nicht den Lohn nach dem allgemein verbindlichen Tarifvertrag.

Der LIV begrüßt, dass mit dieser Aktion die Befürchtungen der Innung und des Landesinnungsverbandes ernst genommen und schwarze Schafe genauer überprüft werden. Vielfältig waren die Verstöße, die von der Prüfern des Hauptzollamts München festgestellt wurden: So konnte fast keiner der geprüften Billig - Betriebe einen Meister vorweisen, der die geforderte Arbeitszeit in dem Betrieb leistete; in einem Fall wurde sogar eine Lehrling ohne Meister ausgebildet. Die Handwerksverstöße werden an das Kreisverwaltungsreferat weiter gemeldet: Dieses prüft dann in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer, ob eine Schließung der Betriebes erforderlich ist. Ein Friseur hat in einem Billigsalon - ebenfalls ohne Meistertitel - einen Stuhl angemietet, um dort sein "eigenes Gewerbe" auszuüben.

Neben dem Handwerk rechtlichen Verstoß prüfen die Zöllner hierbei auch, ob die tatsächlichen Voraussetzungen für eine Selbständigkeit gegeben sind. Teuer wird es für die zahlreichen Billigbetriebe, die ihr Personal nicht nach dem geltenden Tariflohn bezahlen. Obwohl die Untergrenze der Löhne bei 7,04 €, nach einem Jahr 7,66 € pro Stunde liegt, hat ein Arbeitgeber seinen Leuten nur 5,25 € brutto gewährt. Da der Tarifvertrag für allgemein verbindlich erklärt ist, besteht nicht nur für die Arbeitnehmer ein Rechtsanspruch auf die Zahlung. Auch die Sozialversicherung ist für den Mindestlohn fällig, egal ob dieser ausbezahlt wurde oder nicht. Neben der Nachforderung der Beiträge wird auch die Einleitung von Strafverfahren wegen Nicht entrichten der Beiträge geprüft. In zwei geprüften Betrieben waren Beschäftigte gar nicht angemeldet, ein Ausländer arbeitete ohne Arbeitserlaubnis. In diesen Fällen werden Straf- und Bußgeld verfahren gegen die Inhaber eingeleitet.


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